Risiken der Server-Virtualisierung

Virtualisierung der Server-Infrastruktur erhöht die Flexibilität der IT, reduziert den Platzbedarf und Stromverbrauch in Rechenzentren und optimiert die Auslastung der eingesetzten Server. Häufig werden aber die gravierenden Folgen bei einem Ausfall übersehen.

Die Konsolidierung auf wenige physikalische Server ermöglicht eine wesentlich bessere Auslastung der Maschine, was unter anderem einer der vielen Gründe für die Unternehmen ist, die Virtualisierung ihrer IT-Landschaft voranzutreiben. 2007 wurden laut einer Studie von IDC bereits 35% des gesamten Serverbudgets für Virtualisierung aufgewandt, 2008 sogar über 50% und der Trend zur Virtualisierung ist auch in 2012 weiterhin ungebrochen.

Über die Hälfte der Unternehmen sehen in der Virtualisierung keine Nachteile durch diese Technologie. Noch erstaunlicher ist, dass von den IT-Abteilungen nur 5% überhaupt die Abhängigkeit von wenigen physikalischen Servern als Nachteil angeben. Dabei ist genau das eines der größten Risikopotentiale der Virtualisierung.

Durch die Konsolidierung der Geschäftsapplikationen wird die Angriffsfläche auf einem Server gebündelt. Ein Ausfall des physikalischen Servers mit einer Gruppe von virtuellen und den darauf laufenden Anwendungen kann im ungünstigsten Fall die Wiederherstellung jeder einzelnen physikalischen und virtuellen Maschine nach sich ziehen und längere Ausfallzeiten verursachen.

Schema Verfügbarkeitskategorien

Da Störungen in den seltensten Fällen geplant auftreten, können Migrations- und Verfügbarkeits-lösungen der gängigen Virtualisierungsanwendungen am Markt nur teilweise beziehungsweise gar nicht greifen und der Betrieb wird unterbrochen.
Gerade für unternehmenskritische Anwendungen, die einen kontinuierlichen Betrieb benötigen und entsprechende Hochverfügbarkeitsanforderungen haben, kann ein Ausfall enorme Kosten beziehungsweise Einnahmenausfälle verursachen.

Im Rahmen der Virtualisierungsstrategie ist es somit unabdingbar, dass die Businessapplikationen korrekt kategorisiert werden und ein Verfügbarkeitsschema erstellt wird. Das kann auch bedeuten, dass einzelne Anwendungen nur temporär in die Kategorie Hochverfügbar" fallen – zum Beispiel für kritische Produktions- oder Abrechnungsläufe.

Hochverfügbare Virtualisierung erfordert also ein aktives Management und auch eine Absicherung der Hardware-Plattform. Hierfür bieten sich fehlertolerante Server an (ftServer), die ihre hohe Verfügbarkeit durch eine durchgängige Verwendung redundanter Hardware-Komponenten erreichen.

Fällt eine Komponente aus, führt das jeweilige Gegenstück sofort und vollautomatisch den Betrieb weiter. Der Benutzer merkt diesen Fehlerfall überhaupt nicht, der virtuelle Server kann ohne Einschränkung weiter betrieben und verwendet werden.
Fazit
In der Praxis bedeutet das, dass ein Mix aus Standard-Servern und ftServern als Hosts für die virtuellen Server eingesetzt werden sollte. Unternehmenskritische Anwendungen können dann je nach Anforderung dauerhaft oder temporär auf den ftServern betrieben werden.
 Autor: Dirk Kopp, QGroup GmbH

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